Tee
Ich habe letztens die Seiten von Sec gelesen und dabei bin ich auf seinen Bericht zum ChaosCommunicationCamp 1999 gestossen. Dieses gab mir die Inspiration, zur HAL2001 einen Bericht zu schreiben. Viel Spass! Abfahrt - Dienstag, 7. August 2001 ---------------------------------- Es ergab sich, dass ich von meinem Heimatort Velbert losfuhr. Im Grunde genommen auch gar nicht mal so uebel, da ich dadurch den Kombi von meinem Vater und seinen Anhaenger erhalten habe. Am Montag habe ich noch ein Armee-Zelt und eine Bierzeltgarnitur von Sven aus dem DRK-Velbert erhalten. Am Dienstag-Nachmittag kam Enno aus Bochum vorbei und wir packten den Anhaenger noch ein wenig um. Dann bei Bengt vorbei, der noch eine Bierzeltgarnitur hat und diese auch noch auf den Anhaenger gelegt. Bengt ist dann aber bei Bjoern mitgefahren, der hinter uns her fuhr. Wir mussten noch nach Duesseldorf, da ich dummerweise eine Mitgliederversammlung des Chaosdorf e.V. auf den Termin gelegt habe. Vorher aber noch in die Gemuesekiste, um dort noch ein paar Kleinigkeiten mitzunehmen. Hauptsaechlich Kabel, den Fernseher und Futterkram. Dann ins zakk zur Mitgliederversammlung. Naja, die war schnell um, jedoch mussten wir erst noch auf ein paar Mitglieder warten. So kam es, dass wir erst gegen 21:45h aus Duesseldorf wegkamen, nachdem wir noch Sebastian, einen um Mitfahrgelegenheit Suchenden eingeladen haben. Jedoch mussten wir noch bei meiner Wohnung in Krefeld vorbei, wo ich meine Rechner und ein wenig weiteres Material einladen wollte. Es wurde noch ein wenig mehr Gelumpe und vor der Abfahrt stellten wir fest, dass der Anhaenger nun _wirklich_ voll ist... Bevor wir auf die Autobahn fuhren noch mal schnell auf die Tankstelle, damit Bjoern weiterfahren konnte. Da es zu regnen anfing und der Astra eine sehr schlechte Lueftung hat, beschlugen die Scheieben sehr derbe. Enno fragte an der Tankstelle nach Scheibenreinigungsschwaemme, die aber erst in zwei Wochen wieder eingefuehrt werden. Auf der Autobahn stellten wir dann das Problem der beschlagenen Scheiben fest: die Lueftung stand auf Umluft. Nach eineinhalb Stunden Fahrt waren wir am Ziel! Ennos gute Ortskenntnisse in Ahaus haben uns sicher zur Grenze geleitet. Herrlich, dass wir endlich mal zu einem Hack-Event gefahren sind, das weniger als sechs Stunden entfernt liegt. Im stroemenden Regen angekommen parkten wir erstmal unsere Wagen irgendwo am Strassenrand. Ich wechselte meine Schuhe und zog meine Regenjacke ueber. Ploetzlich stand Jens aus Koeln hinter uns - erschreckend, dass er wieder mit dem Rauchen angefangen hat. Er hat mich ueberredet gekriegt, dass ich mich zu allererst um den Radiosender kuemmere, da ich die benoetigten Kabel dabei habe. Nun, gut, mal schnell in einer Regenpause das Material in das Spacestation5-Zelt geschleppt. Ich lud direkt meinen ganzen Krempel aus, da ich sehr schnell zu der Erkenntnis kam, dass ich in dieser Nacht kein Zelt mehr aufbauen wollte. Nach einer viertel Stunde kamen die ersten Klaenge von Radio Spacestation5 au 97.1 FM ueber den Aether! Leider stellte ich fest, dass ich verpeilte in der Gemuesekiste, die Kiste mit den knapp 2km XLR-Kabel einzustecken. Ich muss dann wohl Mete Bescheid geben, dass er sie noch mitbringen moege. Wir ware alle happy und haben direkt ein paar Stunden Radio gemacht. Dabei habe ich dann endlich prom kennengelernt, den ich schon seit langem aus dem VChat kenne. Irgendwann gegen vier habe ich mich bei heftigstem Regen auf meine Luftmatraze geknallt und versucht zu schlafen. Aufbau - Mittwoch, 8. August 2001 --------------------------------- Es war eine sehr unruhige Nacht und ich war schon wieder frueh auf den Beinen. Ich hatte kein Zeitgefuehl und erst spaeter habe ich rekonstruiert, dass ich gegen sieben Uhr in der Fruehe aufgestanden sein muss. Da es nicht regnete (das erste, was mir auffiel, als ich war wurde) begab ich mich zu dem Chaosdorf-Platz auf dem C-Space Gelaende. Ich leerte leise den Anhaenger und baute mein Zelt auf. Nach ein paar Minuten kam Sven vorbei (eher, wir rannten uns auf der grossen Wiese entgegen). Kurz darauf erschien Seife mit nem Arbeitskollegen. Sie halfen mir dann beim Aufbau meines Zeltes. Dabei mussten wir immer wieder dem toten Eichhoernchen ausweiche, dass schon seit etwa 8 Tagen so auf der Wiese gelegen haben muss. Danach konnte ich den Anhaenger weiter leeren, um an das grosse Armee-Zelt ranzukommen. Zwischendurch zog ich mir dann ein Fruehstueck rein - ein Amaranth-Schoko-Muesli mit H-Vollmilch aus der Gemuesekiste. Ein wenig gestaerkt, begannen wir das grosse Zelt aufzubauen, jedoch so, dass der VW-Bus von Seife mit eingebaut wird, damit wir die Server richtig im Trockenen lagern konnten. Natuerlich verpeilten wir es, dass die etwas laengeren Stangen in die Mitte und nicht als Fussstange an das Zelt kommen. Somit mussten wir es noch einmal fast komplett auseinander nehmen. Danach haben wir auch nicht daran gedacht, die Riemen zum Befestigen an den Stangen, zuzuschnueren. Somit mussten wir es in der Aktion, dass ich Enno auf die Schultern nahm, nachholen. Jetzt standen Ennos und mein Zelt aber so weit abseits, dass es nicht mehr wie ein Dorfplatz aussah. Also stellte wir diese auch noch um. Nachdem ich mich dort soweit eingerichtet habe, konnte ich den Anhaenger leeren und meine restlichen Sachen mit ihm aus dem Spacestation5-Zelt holen. Solch ein Anhaenger ist wirklich genial, viele Sachen moeglichst einfach zu transportieren, wenn man kein Auto auf dem Platz benutzen sollte. Ich packte erstmal meine Luftmatraze aus und legte mich eine Runde pennen. Zwischendurch soll das schoenste Wetter gewesen sein, aber kaum war ich gegen 17 Uhr wach, fing es wieder an zu regnen. In einer kurzen Regenpause machten ich mich mit Bjoern zu den Duschen, um endlich mal den Dreck der letzten mehr als 24 Stunden abzuwaschen. Als wir wieder zurueck zum Zelt wollten, wurden wir unfreiwillig zum Warten aufgefordert, denn bei dem Gewitterschauer wollten wir wirklich nicht zurueck. Wir warteten unter Vordach, wo uns ein Opi auf Niederlaendisch zulaberte, der offensichtlich zu tief ins Glas geguckt hat - zumindest zeugte sein Atem davon. Meine Versuche, ihn auf niederlaendisch darauf hinzuweisen, dass wir Deutsche sind und kaum ein Wort von seinen Labereien verstehen, schlugen fehl. Aber irgendwie erinnerte er mich ein wenig an Capt. Crunch, den ich mal in Koeln kennengelernt hatte. Zurueck am Zelt, stellte ich fest, dass waehrend meiner Siesta die Stromzufuhr fertiggestellt wurde. Somit konnte ich nun meinen Rechner aufbauen. Kurz darauf trafen auch Phil, Moritz und zwei Kumpels ein, die ihre Zelte in der Naehe unseres Hackcenters aufbauten. Ich habe ein wenig in den Samba-Configs rumgepanscht, damit mein Drucker auch von mehreren Rechnern benutzt werden kann. Nachdem Phil & Co. die Zelte fertig aufgebaut haben, gingen wir gemeinsam mit dem Gedanken Nahrung zu uns zu nehmen ins Catering-Zelt. Essen gab es natuerlich nicht mehr. Dafuer konnte uns das Info-Desk eine Liste von einem Pizzalieferdienst geben, bei dem wir prompt bestellten. Eine halbe Stunde warten und jede Menge Chaoten begruessen, die durch das Zelt stratzten. Beim Essen traf auf chef aus Muenchen ein, der sich im Vorhinein fuer einen Schlafplatz in meinem Zelt angemeldet hat, jedoch ist ihm sein Auto heimeliger. Auf dem Weg zum Zelt, musste ich aber erst Hunz, Anarchy und cray begruessen. Endlich mal Hunz live sehen und feststellen, dass er keine Schafe mitgebracht hat. Dafuer hat er aber einen lustigen Akzent, den er bisher abgestritten hat. Irgendwann, als ich noch beim Spacestation-Zelt abhing, kam der Koelner Transporter an, der Mate im Gepaeck hat! Es wurde noch richtig tumultig, da nun ein anderes Mischpult eintraf und der komplette Sender umgebaut wurde, wodurch er etwa eine Stunde vom Netz war. packet und prom machten so einen Stress, da bin ich einfach gegangen und habe mich mit auf eine Bank vor unserem Zelt gesetzt, um beim Aufbau des Doms zuzusehen. Auch nachts kommen noch einige Gaeste an, wodurch ich die Hannoveraner traf. Aber nach einer netten Unterhaltung schleichte ich ins Bett. Warten auf Netz - Donnerstag, 9. August 2001 -------------------------------------------- Ich habe mich gegen vier Uhr schlafen gelegt. Nachts ist es wirklich nicht angenehm zu schlafen. Irgendwie kalt. Daher habe ich dann auch eher den Vormittag geschlafen und stand erst gegen 13 Uhr auf. Wahrscheinlich war noch eine Menge Nachholbedarf dabei. Kurz nach dem Aufstehen begab ich mich auf Futterjagd. Ich kriegte mit, dass es im Restaurant vegetarisches Essen geben sollte. Auf dem Weg traf ich die Hannoveraner, die ihr Zelt aufschlugen und die einem Fruehstueck am Mittag nicht abgeneigt waren. Fuer 7,50 Gulden kriegte ich auch das Essen, dass ich schon aus Venlo zum Mittag gewohnt war. Es wird einfach unter dem Begriff "Snack" verkauft. Es ist eigentlich nix anderes als z.B. Kaassouflet oder Vleeskroket. Das Kaassouflet ist sehr lecker und schmeckt auch gut auf den Broetchen, die sie auf 2 cm^3 komprimieren lassen und danach wieder ihre urspruengliche Form annehmen. Auf jeden Fall wurde ich satt und konnte von dem Kaffee meine Augen wieder aufschlagen. Ich tingelte irgendwie zum Eingang und besorgte mir mal ein Badge. Da gab es dann auch Tassen fuer lau, von denen ich mir direkt eine schnappte. Als Student kann man Tassen immer gut gebrauchen. Danach ging ich ins SpaceStation-Zelt, um mir bei einer kuehlen Mate den HAL-Guide durchzulesen. Nach etwa einer Stunde tingelte ich wieder durch die Gegend und ins Chaosdorf zurueck. Der Weg dorthin war aber schon schwieriger, da irgendwie immer mehr Zelte den Dorfplatz bereicherten und es keinen Weg mehr dorthin gab, ohne ueber irgendwelche Abspannleinen zu stolpern. In der Zwischenzeit ist der geodaetische Dom fertig aufgebaut und sieht echt cool aus. Spaeter setze ich zu einem Rundgang an, auf dem ich aus dem Gruessen nicht mehr raus kam. Ist doch ganz schoen bloed, wenn so viele Leute Dich kennen. Zum Abendessen, was in den Niederlanden ja die warme Hauptmahlzeit des Tages ist, gab es dann leckeres vegetarisches Cordon Bleu - mit Tofu. Phil, Moritz und ich nahmen es aber erst kraeftig unter die Lupe, da es nach Fleisch aussah und ein wenig danach schmeckte, sich aber als Tofu herausstellte. Danach schaute ich bei den Lockpickern rein, bei denen ich mich gerne aufhalte, da dieser Sport sehr entspannend ist, wenn man den ganzen Tag vor dem Rechner sass. Eine gute meditative Massnahme, die ich sicherlich noch dieser Tage nutzen werde. Ein schoenes haeusliches Zelt haben die, mit Teppichboden und Kueche. Es war nun auch schon Zeit, beim Meeting fuer das Sanitaetsteam vorbeizuschauen, zu dem Sven mich mal eingetragen hat. Ich bin ihm deswegen nicht boese, denn somit habe ich schon das coole HAL-VolunTeers-T-Shirt mit der limitierten Auflage von 150 Stueck erhalten. Jetzt weiss ich wenigstens, dass der Koffer, der vor zwei Jahren noch Erste-Hilfe-Koffer war, nicht mehr im Betrieb ist. Ich kann mich gar nicht mehr so riechtig erinnern, was ich danach machte. Irgendwann war ich im Chaosdorf und habe festgestellt, dass es Netz gibt. Endlich hatte die dumme Fragerei ein Ende. Staendig kam ein "Gibt es Netz?" "Wann kriegen wir Netz?". Dabei wusste ich von nichts. Ich fand es viel schoener ohne, denn jetzt sitzen alle vor ihren Rechnern. Aber wir waren sowieso eine der letzten Stationen, die angeschlossen wurden und dann noch Probleme mit der eigenen Verkabelung hatten. Auf jeden Fall klappt es nun und nach ein paar Problemen mit dem DHCP und DNS ist alles wunderbar. Selbst die ssh-Tunnelung zum Mail-holen ist wunderbar. Wenn ich selbst hier schon im Zelt sehe, was gesnifft wird, so will ich wirklich kein POP machen! Kurz darauf traf dann auch Mete mit Joerg und Grambo ein. Die haben unsere Mate und jolt, sowie den Kuehlschrank dazu mitgebracht. Ihre Zelte stehen nun dort, wo ich gestern meins stehen hatte. Leider fehlt es ganz uebel an Tischen und Stuehlen, sodass nur noch Grambo seinen Rechner hier unterstellen konnte. Auf dem Tapeziertisch hat sich der Fernseher mit dem Amiga CD-32 und ein paar Koelner und Ruhrpoettler. Mal schauen, ob wir die wieder rausschmeissen. Oder wir koennen noch eine Bierzeltgarnitur bei den Berlinern schnorren. Dann koennen sie auch bleiben. Mete hat auch die 2 km XLR-Kabel von Rainer mitgebracht. Jetzt koennen wir von fast jedem Zelt auf dem Gelaende Interviews halten - wenn das Mischpult so gut verstaerken kann. Beim Abliefern der Bananenkiste traf ich mAsq, der vor ein paar Minuten ankam. Erstmal gross Wiedersehen feiern und einen Rundgang ueber das Gelaende vornehmen. Dabei war ich dann auch endlich mal im Dom und kann nur vermuten, dass das Teil ein Flop wird. Die paar blauen Aufblassessel und diese schlichte Bar. Selbst die Beamer mit den Sonnenblumenmuster koennen keine coole Atmosphaere hervorrufen. Egal, war ja ein Berliner Projekt. Ich merke grade nur, dass die Zeit ziemlich schnell vergeht, wenn man hier schreibt. Da hilft selbst Mate nicht mehr zum wachhalten. Aber die Mate zeigt doch ihre Wirkung. Ich sass noch vor meinem Rechner und gimpelte an dem 360�-Rundblick vom Chaosdorf-Lagerplatz. Ich muss wohl die Kamera ein wenig schief gehalten haben, da ich jedes weitere Bild etwas hoeher angesetzt werden musste. Egal, hinterher ein gutes Bild ausgeschnitten und schon faellt es nicht mehr auf. Nach und nach verabschiedeten sich die Chaoten in die Heia und ploetzlich sass ich allein da. Ich entschloss mich die Nachtwache zu halten, da ich das Zelt nicht allein lassen wollte. War auch gemuetlich - SpaceStation5 hoeren und mit Axel, der grade auflegte, chatten. Das nenne ich mal interaktives Radio! Gegen 6:30h kroch Grambo wieder aus dem Zelt und fing an auf seinem Recher Debian GNU/Linux zu installieren. Er sah recht knuffig aus, wie er in seinem Schlafsack vor dem Rechner joltschluerfend sass und krampfhaft versuchte, sein CD-ROM zum booten zu bewegen. Der erste offizielle Tag - Freitag, 10. August 2001 --------------------------------------------------- Als dann noch ein paar mehr wach wurden, schlich ich mich in die Heia. Es waren dann auch nur 3,5h Schlaf. Wach wurde ich beim herzlichen Empfang von Dan und Spueli, die erst heute eintrafen. Wo ich schon wach war, konnte ich auch mal endlich duschen gehen, wo die Haut doch schon schuppig wird. Darauf habe ich erst ein paar Minuten vor dem Rechner verbracht, bevor ich mich dazu ueberreden liess, Futtern zu gehen. War auch ganz gut so - endlich mal wieder frites speciaal! Ich schaute noch den Ruhrpottlern beim Aufsteigen ihres Ballons zu, ging mal wieder eine Runde ins Radio, tingelte hier und dort rum und habe mir immer noch keinen Vortrag angeschaut. Wozu auch? Die interesseren mich auch nicht so doll. Wo ich ins Chaosdorf zurueckkam hatte Mete einen leckeren Tee gekocht. Der tat gut! Kurz darauf musste ich auch schon zu meiner Sani-Schicht. Dort klaerte ich mit VT erstmal einen anderen Sani auf, dass man telnet nicht nutzen will, da es unsicher ist. Der hatte bisher noch nie von ssh gehoert, sodass wir ihm per putty vorfuehrten, dass es genauso einfach wie telnet ist. Ansonsten gluecklicherweise eine sehr langweilige Schicht, nur ein Pflaster. Die Schicht beendete ich eine halbe Stunde frueher, damit ich noch essen gehen konnte. Ich traf mich mit Dan im Restaurant, da wir uns fuer das vegetarische Diner angemeldet hatten. Es war leider ein Flop. Sowohl die Spaghetti als auch das Chili schmeckte nach nix. An die Qualitaet des Vortages kam es leider nicht ran. Nach dem Essen begann meine Schicht beim Radio. Robo aus Koeln hat sie mit mir zusammen. Interessanterweise wollte er Musik aus derselben Richtung auflegen, wodurch wir uns ein kleines Battle gaben - er hatte einen Rechner, voellig autark, aber mit mehreren Gig MP3 drauf. Ich habe den Laptop von manuel gekriegt wo ich meine mitgebrachten CDs einlegen konnte. Das Spiel bestand daraus, dass jeder einen Track spielt, aber der andere weiss nicht, was es fuer eins ist. Man hat also nur ein paar Minuten, um einen Folgetrack zu finden. Der Uebergang soll gut sein, aber der Musikstil soll geandert werden! Das Ergebnis war sehr hoerenswert. Kurz darauf latschte ich zur Wau Holland Memorial Session, wo ich noch das Interview vom letzten Jahr mitgekriegt habe. Sehr schoen und ich war erstaunt, wie viele sich diese Gedenkveranstaltung angesehen haben. Im Anschluss folgte der Film "Freedom Downtime", den ich aber irgendwann mittendrin verlassen habe, als es zu langatmig wurde. Ansonsten ein gut gemachter Film, der einem den Irrsinn Rechtsprechung in den USA naeher bringt. Nachdem ich rausging, konnte ich einer zweiten Portion frites speciaal nicht widerstehen. Beim Radiozelt hat sich spontan ein RL-VChat-Treffen eingefunden. War sehr spassig, jedoch loeste sich die Gruppe nach ein paar Minuten wieder auf. Ich hatte aber mal wieder die Moeglichkeit, Leute direkt kennenzulernen und Nicks Gesichtern zuzuordnen. Ich ging zum Chaosdorf zurueck, sass noch ein paar Minuten vor dem Rechner und ging ins Bett, nachdem Ralph, der bei mir Zelt untergekommen ist (chef schlaeft ja in seinem Wagen viel besser) seine Luftmatraze aufgeblasen hat. Das ist ein riesiges Biest fuer zwei Personen und passt auch nur geradeeben ins Schlafinnenzelt. Eingeschlafen bin ich gegen 2:30h... Der zweite offizielle Tag - Samstag, 11. August 2001 ---------------------------------------------------- Die Nacht war uebel - Ralph machte sich ekelhaft breit und ich war in der Ecke eingequetscht. Aber gegen 10:30h standen wir dann auch auf. Die Nacht war sogar sehr ruhig im Gegensatz zur vorherigen. Ich war sogar diesmal nicht der letzte, der aufstand. Ich machte mich direkt ueber meinen Rechner her und verscheuchte damit den Dan. Erst muss ich in die Crontab eintragen, dass meine Netzwerkverbindung alle 10 Minuten resettet wird, um damit den schlechten Realtek-Chipsaetzen und Linux-Treibbern vorzubeugen. Meine NIC vergisst sonst nach ein paar Minuten ihre Verbindung, obwohl die IP und Routing-Table vorhanden ist. Jedoch ist es meine einzige 100MBit-NIC, die sich hier wirklich lohnt. Ab 15 Uhr wurde das Fussballturnier zwischen den Erfa-Kreisen veranstaltet. Der Platz hatte Stacheldraht zwischen den Toren, aber ueber die ganze Laenge haetten wir sowieso nicht spielen wollen. Wir improvisierten mit Toren aus Schuhen ueber die Querseite des Platzes. Wir Chaosdorfler standen schon mit kompletter Mannschaft auf dem Platz, jedoch fand sich kein Gegner ein. Papillon machte sich auf den Weg, um noch ein paar Spieler zu ergattern. Somit ergab sich, dass Koeln sich mit Berlin zusammenschloss, obwohl sie eigentlich ein Match untereinander machen wollten. Von den Berlinern erhielt ich die Torwarthandschuhe und von Sven seinen Feuerwehrhelm. Somit sah ich aus wie Lord Helmchen. Zwischen einem Seitenwechsel uebergab ich die Ausstattung an Jens aus Koeln, um einfach nur Gerechtigkeit walten zu lassen. Nach fuenf Dritteln harten Kaempfens und Spielerwechseln auf beiden Seiten stand der Sieger fest: Chaosdorf! Wir muessen nun noch einen schoenen Platz fuer den Pokal - eine Hardwarebastelei von Papillon aus einer VAX - finden. Nach dem Spiel wollte ich duschen gehen, musste aber feststellen, dass diese erst ab 22 Uhr geoeffnet haben. Irgendwas ist da in der Orga schiefgelaufen, sodass die Duschen nur ein paar Stunden am Tag geoeffnet waren. An fliessend Wasser fehlte es im allgemeinen, denn Waschbecken waren nur die paar, die bei den Duschen waren. Es gab zwar auf dem Platz verteilt Hydranten, die offen standen, aber das ist natuerlich nicht das Gelbe vom Ei. Ich mueffelte also rum und werkelte ein wenig an meinem Rechner. Papillon kam vorbei und guckte sich das Telefon an, dass wir von unseren Nachbarn aus Rhein-Sieg erhalten haben. Die hatten eine Alcatel-Telefonanlage aufgebaut, auf der ein Linux laeuft. Mitgebracht haben die einige von diesen Telefonen, ein paar Schnurlose und Basisstationen. Die Basisstationen waren auf dem Gelaende verteilt, sodass man (fast) ueberall erreicht werden konnte. Am schoensten an der Anlage war das Easteregg unter der Nummer 666 - reines, uebles Gestoehne. Auf jeden Fall machte sich Papillon ueber das Telefon her und versuchte es auseinander zu nehmen. Reverse-Engineering, wie er behauptete. Nach einer Weile drueckte er es mir in die Hand und meinte, ich sollte es weiter veruchen aufzukriegen. Kurz darauf kriegten es unsere Nachbarn und ich dachte, jetzt wuerde es erstmal eine Standpauke regnen. Nein, sie wollte sowieso eins oeffnen und waeren an dem Innenleben sehr interessiert. Das Telefon ging dann auch auf, jedoch nicht ohne ein paar Blessuren zu hinterlassen. Das Display hatte ein paar Fehler und das Gehaeuse ein paar Macken. Das Innenleben hat sich auch nicht gewohnt. Fuenf ICs und eine Platine fuer die Knoepfe und Displays Dazu noch ein paar A/D-Wandler. Wirklich nichts interessantes. Beim Zusammenbau kam Sven vorbei und erinnerte mich daran, dass ich meine 17h-First-Aid-Schicht verpasst haette und jetzt die 20h-Schicht uebernehmen sollte. Ich packte also meine Sachen und ging rueber. Diesen Abend sollte ein Feuerspuck-Workshop stattfinden, wo ich bei der Brandwache mithelfen sollte. Sven bat mich schon vor der HAL meine Einsatzkleidung mitzunehmen. Daher rannte ich in der wohl auffaelligsten Jacke durch die Gegend - blau mit gelb-weissen Reflektor-Streifen. Der Feuerspuck-Workshop war sehr schoen. Einer machten den Anfang, immer mehr kommen dazu, kleine gauklerische Einlagen zwischendurch, jemand kommt mit seinem Dudelsack, es entsteht eine Jahrmarktsatmosphaere und den Abschluss bildet eine schoene Firewall - ein brennendes Band, das seitwaerts gewirbelt wird. Danach hatte ich meine Schicht beendet und die Duschen hatte noch geoeffnet. Endlich wieder Wasser - die Haut war ja auch schon wieder sehr schuppig. Die letzten vier Stunden meines Wachseins verbrachte ich mit Tingeln. Mete freundete sich sehr gut mit den Berlinern an und konnte dort seinen Tee kochen. Bei der Kaelte tat eine Tasse guten Tee sehr gut. Moritz und Phil wurden von Simone und ihrer Freundin ueberredet, Nachtbaden im Freibad zu gehen. Danach gingen sie noch im Wald eine Nachtwanderung machen. Ich schloss mich dem ganzen nicht an, fand es aber sehr lustig. Zu erwaehnen waere noch, dass heute der einzige Tag war, an dem es nicht regnete (zumindest nicht zu den Zeiten, als ich wach war). Der dritte offizielle Tag - Sonntag, 12. August 2001 ---------------------------------------------------- Ich habe sehr lange geschlafen, denn das Zelt ist fuer mich der einzige Ort, wo ich endlich mal Ruhe gefunden habe. Ich wurde vom Regen wach, der sehr heftig auf mein Zelt trommelte. Kein Wunder, das war ja auch gestern zu schoen. Erstmal auf Futterjagd gehen, zu der ich dann aber doch nicht kam. Ich ging zum Hackers-Jeopardy, das ja laut Grambo so gut sein soll. Phil sass in der ersten Runde unter den Kandidaten und holte sich auch direkt die meisten Punkte, wodurch er ins Finale einziehen konnte. Bei dem Spiel haette ich sicherlich voellig versagt - so viel aus den guten alten C64�Zeiten, die ich uebersprungen habe. Nach dem Jeopardy war die Fritten-Ranch voellig ueberlaufen und es war am regnen wie Sau. Ich ging ins Zelt zurueck, um mir dann ein Muesli reinszuziehen. Bjoern war schon abgefahren und hatte das Brot und mein Messer mitgenommen. Ich sass erst eine ganze Weile frierend vor dem Rechner, da ich keine Lust hatte, die zwei Meter zu meinem Zelt zu laufen und mir was warmes anzuziehen. Die Kaelte hat mich dann aber nach einer halben Stunde doch dazu gebracht. Um mich herum war grosse Aufbruchstimmung, weshalb ich einfach vor meinem Rechner sitzen blieb, um niemanden aufzuhalten. Endlich mal in Ruhe das Netz nutzen! Jedoch packte mich nach einer Weile das Magenknurren und ich ging meine Karten verbraten. Leider gab es keine Pommes mehr, aber dafuer noch ein paar Kaassouflets. Danach hat mich dann aber auch die Aufraeumwut gepackt und ich legte schon einige Sachen bei den letzten Toenen von SpaceStation5 zusammen. Um Punkt 18 Uhr wurde der Sender ausgeschaltet und ich latschte ins Radiozelt, um meine Sachen dort einzupacken. Dort war mir aber zu viel Tumult, weshalb ich dann in das Restaurant-Zelt ging und dort Mete traf. Er hat sich mal wieder mit einigen Leuten gut unterhalten und Kontakte unter Programmierern geknuepft. Ausserdem bietet er US-Buergern Club-Mate an, damit sie dieses herrliche Getraenk kennenlernen. Ich ging zu meinem Rechner zurueck, um festzustellen, dass das Netz nicht mehr existiert, aber Strom haben wir noch. Kurz darauf konnte ich dann auch mein Equipment vollstaendig beim Radiozelt abholen. Dazu musste ich dann den Wagen seit Dienstag wieder bewegen, was im ersten Moment ein sehr komisches Gefuehl ist, wenn man schon laenger nicht mehr Auto gefahren ist. Danach habe ich die Ruhrpottler bei ihren Ballonrundgaengen begleitet, den wir jedoch wegen eines ploetzlich aufkommenden Windes abbrechen mussten. Wir schafften den Ballon in das leerstehende Berliner Hackcenter. Wo er schon so eingekesselt hing, konnten wir ja gleich das Helium ablassen. Aber doch nicht einfach so verschwenden, wenn man noch sehr viel Spass damit haben kann. Jeder durfte ziehen und nach einger Zeit ergab sich ein schoenes Bild, wie zig Kerle mit hoher Stimme durch das Zelt huepfen und Sprueche loslassen. Auch singen geht sehr gut - ein Kanon eignet sich am Besten, damit man zwischendurch wieder nachladen kann. Irgendwo ist das auch auf Video dokumentiert.

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