Rundfunk Berlin-Brandenburg | Berlin & Brandenburg - Tee: Traditionsgetr�nk im Trend
Rundfunk Berlin-Brandenburg | Berlin & Brandenburg - Tee: Traditionsgetr�nk im Trend: "Tee: Traditionsgetr�nk im Trend Wollte in den Achtzigern ein Mann das M�dchen seiner Wahl becircen, empfahl es sich f�r ihn, seine Angebetete mit einer perfekt arangierten Teezeremonie zu beeindrucken. Aromatisierter Tee soll sich daf�r besonders gut geeignet haben, viel sprach f�r ein Meer von Kerzen und stimmungsvolle Musik. Tee-Tee beim Kaffee-Discounter Willkommen im dritten Jahrtausend: Im Zeitalter von Starbucks, Miss Sixty und MP3 w�rde es mehr als anachronistisch anmuten, ein zungengepierctes Girlie mit Tee, der auf dem St�vchen vor sich hin dampft, verf�hren zu wollen. Das hei�t aber noch lange nicht, dass dem Erfolgskurs des Tees damit ein Ende bereitet wurde. Mitnichten! Der neuste Teetrend hei�t doppeldeutig "Chai-Tea", schmeckt nach Kardamom und Ingwer und wird mit aufgesch�umter Milch in der unkaputtbaren "to go"-Verpackung �ber den stylischen Tresen gereicht. Konsumiert wird allerdings zumeist im �ffentlichen Raum - bestenfalls inmitten dicker Lederpolster. Kein Grund, sich �ber Sittenverfall zu gr�men, schon George Orwell wusste: "Tee ist die St�tze der Zivilisation" - und Tee geht offensichtlich mit der Zeit: Er gilt im wellnessbewegten Deutschland als Gesundheitsdrink schlechthin. Dass besonders gr�ner Tee gesund ist, hat sich herumgesprochen - er senkt den Cholsterinspiegel, verringert das Herzinfarktrisiko und beugt Karies und Paradontose vor. Zudem soll er sogar das Wachstum von Krebszellen eind�mmen. Nomen est Omen Die urspr�nglichen asiatischen Namen f�r Tee sind sich �brigens sehr �hnlich: In China wird er "Ch'a", "Tcha" oder "Te" genannt. Daraus entstand in Japan der Name "Cha", in Russland "Caj", in England "Tea" und im deutschsprachigen Raum "Tee". Die Discount-Wortkreation "Chai" k�nnte sprachlich leicht aus dem Russischen stammen. Dort spielt Tee, Chaj, schon seit jeher eine gro�e Rolle. Bis heute ist der Samowar Inbegriff russischer Gastlichkeit und traditioneller Mittelpunkt jeder Teezeremonie. Es handelt es sich beim angesagten Chai-Tee allerdings um eine indische Teekreation - dort gilt er als Nationalgetr�nk, und der Begriff "Chai" beschriebt die traditionelle Art, auf die der Tee zubereitet wird. Doch nicht Indien oder Russland, sondern China gilt als das Ursprungsland des Tees. Dort wurde bereits vor etwa 5000 Jahren die wohltuende Wirkung des Teeblatts beschrieben. Nur durch einen luftigen Zufall soll es �brigens ein Blatt in eine Schale hei�es Wasser getrieben haben - seither kultivierte man in Asien eine Trinkkultur, die ihresgleichen sucht. Europa goes Teaculture Bis der Tee den Weg nach Europa fand, sollte es noch lange hindauern: Im Jahr 1610 kam die erste Teelieferung auf Segelschiffen �ber Java nach Amsterdam. Von da an waren die Holl�nder lange Zeit die einzigen Tee-Importeure, die ganz Europa mit dem beliebten Hei�getr�nk versorgten. Ihre Bl�te erlebte die europ�ische Teekultur Anfang des 20. Jahrhunderts, als es Mode wurde, zum Tee auszugehen. Der kurz vor dem ersten Weltkrieg aus Argentinien importierte Tango bescherte dem Nachmittagstee noch mehr Attraktivit�t. Tanztee-Veranstaltungen waren in den goldenen 20er Jahren der Ausgehhit. Traditionsgetr�nk im Trend Lange vorbei sind die Zeiten, in denen man sich im Supermarkt lediglich zwischen Beutelversionen der Geschmacksrichtungen Pfefferminz, Hagebutte, Kamille oder schlichtem Schwarztee entscheiden musste. Kr�utermischungen, Gr�ner Tee und auch Rooibusch haben sich in den Regalen breitgemacht. Wirkliche Kenner kaufen allerdings nach wie vor im Teeladen. Schlie�lich kann im richtigen Ambiente nicht nur Teekonsum, sondern auch -kauf schon sinnlicher Genuss sein. Die meisten Teesorten, die wir erstehen, stammen aus ein und derselben Pflanze: Der Teepflanze, auch Teestrauch genannt. Sie w�chst in den Tropen und geh�rt zu der Pflanzenfamilie "Theaceae", die mit der Kamelie verwandt ist. Tee liebt H�henlagen ab 700 Meter �ber dem Meeresspiegel, die besten Sorten gedeihen auf etwa 2000 Metern H�he. Der Tee selbst wird aus getrockneten und besonders behandelten Bl�tter und Knospen der Teepflanze hergestellt. Es ist dabei eine Frage der Herstellung, ob Tee gr�n bleibt oder schwarz wird. In den vergangenen Jahren ist das wohltuende Gebr�u immer wieder einmal in die Schlagzeilen geraten, denn die Pflanzen kommen oftmals aus L�ndern, in denen nicht auf den Einsatz von Pestiziden verzichtet wird. Da bei der Zubereitung nur f�nf bis zehn Prozent der unerw�nschten Stoffe in den Aufguss �bergehen, besteht zwar keine akute Gesundheitsgefahr. Wer trotzdem sicher gehen will, kann jede g�ngige Teesorte auch aus biologischem Anbau bekommen. Tee genie�en - aber richtig Tee ist sehr empfindlich. Er sollte k�hl und trocken gelagert werden und nicht neben stark duftenden Lebensmitteln stehen. Wirklichen Kennern kommen dar�ber hinaus nur selten aromatisierte Bl�tter ins Sieb. Da findet auch fast nie ein Beutel den Weg in die Tasse, denn die Qualit�t klassischer loser Tees ist ungleich h�her als die der vorgefertigten S�ckchen. Wenn man einige kleine Finessen bei der Zubereitung des Tees beherrscht, wird Trinken zum puren Genuss: Schwarzer Tee sollte mit kochendem Wasser, gr�ner Tee hingegen - je nach Geschmack - mit 65 bis 75 Grad Celsius hei�em Wasser oder kochendem Wasser �bergossen werden. Generell gilt: am besten frisches, m�glichst kalk- und chlorarmes Wasser verwenden. Bei zu hartem Wasser kann das Aroma eines Tees nicht richtig zur Geltung kommen. Da Koffein und Gerbstoffe im Tee nach unterschiedlicher Ziehdauer ihre maximale Wirkung entfalten, ist eine Ziehzeit von drei bis etwa f�nf Minuten optimal. Anregend, belebend und aufputschend wirkt Tee, wenn er maximal drei Minuten zieht. Bei l�ngerer Ziehzeit, hat er beruhigende Wirkung. Allerdings sollte nie vergessen werden, dass sich ein Gro�teil des Teegenusses im Kopf abspielt. Sich mit einer Tasse Tee hinzusetzen vermittelt Ruhe, Innehalten, Entschleunigung und hat schon so manchen Stressmatiker wieder auf den Boden der Erde zur�ckholen k�nnen. "Man trinkt Tee, damit man den L�rm der Welt vergisst", wei� auch ein altes chinesisches Sprichwort."

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