Mittwoch, Juli 20, 2005

Quarks & Co - Wunderdroge Gr�ner Tee?

Quarks & Co - Wunderdroge Gr�ner Tee?: "Wunderdroge Gr�ner Tee? Das Modegetr�nk Der gr�ne Tee avancierte in den 90er Jahren zum Modegetr�nk: Von 1990 bis 1999 stieg sein Verbrauch in Deutschland von 85 auf 6.000 Tonnen an. Inzwischen gehen die Einfuhrzahlen zwar leicht zur�ck, doch parallel dazu tauchen immer mehr Produkte auf dem Markt auf, die mit gr�nem Tee angereichert sind: Apfelsaftschorle, Joghurt und sogar Lakritz. Was sich die Hersteller davon versprechen, ist klar: Der Verbraucher soll das Produkt f�r gesund halten - im Zweifel f�r ges�nder als das der Konkurrenz. Aber ist gr�ner Tee wirklich so gesund? Und ist er tats�chlich ges�nder als sein schwarzer Verwandter? Das Wundergetr�nk? Jungbrunnen gr�ner Tee? Seit einigen Jahrzehnten beobachten Wissenschaftler, dass Menschen, die Tee trinken, oft ges�nder sind, als Menschen, die Kaffee oder andere Getr�nke regelm��ig trinken. Sie bekommen seltener Herz-Kreislauf-Erkran- kungen und einige Krebsarten treffen Teetrinker anscheinend seltener als Nicht-Teetrinker. Sie haben weniger Karies und die Augenkrankheit Gr�ner Star tritt ebenfalls seltener auf. Allerdings sind das lediglich die Ergebnisse von wissen- schaftlichen Beobachtungen; das hei�t: Feldforscher haben Menschen nach ihren Trink- und Lebensge- wohnheiten sowie ihren Erkrankungen befragt. Die Beobachtungen sind zwar interessant, aber noch keineswegs wissenschaftlich bewiesen. Es k�nnte auch sein, dass Teetrinker sowieso ges�nder leben als Nicht-Teetrinker, dass sie weniger rauchen, mehr Sport treiben usw. Um zu beweisen, dass Tee - und im besonderen gr�ner Tee - gesund macht, muss man das fern�stliche Getr�nk genauer unter die Lupe nehmen. Was ist drin? Epigallocatechingallat (EGCG) gilt als das wirksamste Flavonoid Welche Inhaltsstoffe hat der gr�ne Tee denn �berhaupt? In geringen Mengen weist er die Vitamine A, B, B2 und B12 auf. Dazu birgt er einige Mineralstoffe wie Kalzium, Kalium, Magnesium und Fluorid. Au�erdem sind im gr�nen Tee einige Spurenelemente enthalten wie Kupfer, Nickel, Zink und der Muntermacher Coffein. Alles in allem ein gesunder Cocktail. Zu den interessantesten Inhaltsstoffen des gr�nen Tees geh�ren die Flavonoide, eine Untergruppe der Polyphenole. Bis zu ein Drittel der Trockenmasse des Tees besteht aus Polyphenolen. Innerhalb der Flavonoide gelten die Catechine als eine besonders wichtige Stoffgruppe und auch Catechine sind im Tee enthalten. Was sind Flavonoide? Die heilende und gesunderhaltende Wirkung der Flavonoide haben die Wissenschaftler erst in den letzten 20 Jahren entdeckt, obwohl diese in der Natur sehr weit verbreitet sind. In vielen Lebensmitteln sind Catechine und andere Flavonoide enthalten, so zum Beispiel in �pfeln, Aprikosen, Trauben, Schokolade und Rotwein. Der Vorteil des Tees: Man kann ihn in gro�en Mengen ohne Kalorien und Alkohol zu sich nehmen. Es gibt �ber 1.000 Verbindungen, die zu den Flavonoiden z�hlen. Etwa 50-100 davon vermuten Experten in den unterschiedlichen Teesorten. Wie wirken Flavonoide Im Blut k�nnte der gr�ne Tee die Oxidation der Lipoproteine verhindern und so die Gef��e sch�tzen Die wohl wichtigste Eigenschaft der Flavonoide ist ihre so genannte antioxidative Wirkung. Sie verhindern, dass f�r Oxidation empfindliche Stoffe durch freie Radikale zerst�rt werden. Flavonoide sch�tzen diese Stoffe, indem sie die freien Radikale abfangen. Jedes einzelne Flavonoid hat eine andere Wirksamkeit. Deshalb unterscheiden sich die einzelnen Teesorten je nach Flavonoidmuster auch in ihrer potentiellen Wirksamkeit. Im K�rper k�nnten die Flavonoide an mehreren Stellen helfen: Zum Beispiel k�nnten sie die f�r die Gef��e so gef�hrliche Oxidation einiger Lipoproteine verhindern. Wenn sie durch Radikale oxidiert werden, f�hrt das am Ende zur Verengung oder gar Verstopfung der Gef��e. Auch Krebs entsteht zum Teil durch unkontrollierte Oxidation, z. B. des Erbgutes. Ist also die antioxidative "Kraft" der Flavonoide der Schl�ssel f�r die Gesundheit der Teetrinker? Flavonoide im Menschen Nach dem Genuss von Tee steigt im Urin die antioxidative Aktivit�t... Bis heute gibt es jedoch keinen Beweis daf�r, dass die Flavonoide aus gr�nem Tee �berhaupt ins Blut �ber- gehen. Die Hinweise auf eine Heilwirkung stammen fast alle aus Reagenzglas-, Zellkultur- oder Tierversuchen - Versuche dazu mit Menschen gibt es bislang nicht. Und nicht selten wurden bei den Versuchen unnat�rlich gro�e Flavonoidmengen eingesetzt. ...im Blut ver�ndert sie sich dagegen nicht Eine kleine Studie aus Jena zeigt das Dilemma: Proban- den haben einen halben Liter normal aufgebr�hten gr�nen Tee getrunken und mussten in regelm��igen Abst�nden Blut- und Urinproben abgeben. Das Ergebnis: Im Urin fanden die Jenaer Forscher die antioxidative Wirkung der Flavonoide wieder. Im Blut hingegen nicht. Was geschieht also mit den Polyphenolen im mensch- lichen K�rper? Wie und wo werden sie aufgenommen? Wie werden sie ver�ndert? Wie abgebaut? All diese Fragen sind noch offen und die heilende Wirkung von schwarzem und gr�nem Tee ist weiterhin nicht bewiesen. Ist Schwarzer Tee schlechter? Immer mehr Experten gehen davon aus, dass der schwarze Tee �hnliche Eigenschaften hat wie der gr�ne. Auch in ihm sind antioxidativ wirkende Flavonoide enthalten, allerdings andere als im gr�nen Tee. Das liegt an der Fermentation: Durch sie verbinden sich einige Flavonoide miteinander. Erst im K�rper werden diese Verbindungen zum Teil wieder gel�st, so dass letztlich mit dem schwarzen Tee die gleichen Flavonoide wie mit gr�nem Tee in unsere K�rper gelangen."